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In vielen Hornschulen gibt es immer wieder den Hinweis über der einen oder anderen Übung oder Etüde, diese doch auch ohne das Instrument, nur auf dem Mundstück zu spielen. Auch in der McAfee Methode gibt es diese Hinweise – sogar die Aufwärmübung auf S. 27, die komplett auf dem Mundstück ausgeführt werden soll.

Irgendwie habe ich diese Hinweise immer für „weniger“ wichtig gehalten, um ehrlich zu sein, sogar für unwichtig. Ich habe zwar ab und an auch nur auf dem Mundstück des Horns gespielt, so richtig üben, das war für mich aber immer das Üben auf dem Instrument. Was für ein Fehler! Vor einigen Monaten habe ich zum ersten Mal richtig verstanden, daß das Üben nur auf dem Mundstück meinen Klang ganz deutlich in die von mir gewünschte Richtung des weichen, runden und vollen Waldhorntons entwickeln kann.

So gehe ich vor:

Zunächst mache ich mich mit dem Mundstück vertraut. Ich blase, ohne die Lippen vibrieren zu lassen, einfach frei Luft durch das Mundstück. Da die Bohrung des Mundstücks die engste Stelle im gesamten Luftstrom ist, versuche ich zu spüren, wieviel Luft ich völlig frei und ohne Widerstand durch das Mundstück blasen kann und konzerntriere mich auf das Gefühl der frei strömenden Luft. Ich achte dann sowohl darauf, daß das Mundstück Körpertemperatur erreicht und der Ton sofort anspricht als auch völlig drucklos zu spielen. Druck kann man vermeiden, indem man das Mundstück locker nur zwischen zwei Fingern (Daumen/Zeigefinger) hält.

Ich versuche dann, frei die Tiefe auf dem Mundstück auszuloten. Dabei achte ich darauf, daß nach kurzen Pausen der jeweils tiefere Ton direkt anspricht.

Dann hole ich mir als Referenz (mit dem Horn oder einem Stimmgerät, daß einen Referenzton ausgeben kann) ein Referenz c1. Mit dem Stimmgerät kontrolliere ich, ob ich die Stimmung halte. Ich gehe in der Höhe nie über die Grenze des Tonraums, den ich völlig anstrengungsfrei beherrsche.

Wichtig: egal welchen Ton ich spiele – ich versuche das Gefühl von völlig frei strömender Luft zu erhalten und bewußt zu verfolgen.

Dann versuche ich saubere Glissandi zunächst im Quint-Bereich aufwärts, dann im Oktavbereich aufwärts auf dem Mundstück auszuführen. Jedes Glissando sollte ungefähr 5 Sekunden dauern.



Beim Spielen achte ich besonders aufmerksam auf die Tonqualität. Gibt es zischende Nebengeräusche? Wird der Klang „dünn“ oder „schmal“? Kommt es zu Aussetzern?

Wichtig: nach jedem kurzen Satz von Mundstückübungen zum Horn lernen mache ich eine Pause! Auch hier gilt die Regel: der Muskel wächst in den Pausen, nicht unter Belastung.

Danach die gleichen Glissandi abwärts. Beim abwärts Spielen versuche ich besonders auf einen gleichmäßigen Abstieg ohne absetzen oder umsetzen des Mundstücks zu erhalten. Achtung! Für mich sind die tiefen Töne auf dem Mundstück viel schwieriger als auf dem Horn selbst. Spielen Sie nur so tief, wie es anstrengungsfrei geht. Mit der Zeit kommt die Tiefe dann schon.



Nach zwei oder drei Durchgängen spiele ich kurze Tonleitern mit Dreiklang. Dabei versuche ich immer das Gefühl von völlig frei strömender Luft zu erhalten und den Ton so „nebengeräuschfrei“ wie möglich zu halten.



usw. usf.

Im Ganztonabstand steigen (Start bei c‘ dann d‘ danach e‘, f‘, g‘), dann fallen.


usw. usf.

Aufpassen: auch hier an die Pausen denken. Das Stimmgerät bleibt hilfreich.

Zuletzt nehme ich das Horn zur Hand und alterniere die letzte Übung, eine kurze Tonleiter mit Dreiklang auf dem Mundstück, dann die gleiche kurze Tonleiter mit Dreiklang auf dem Horn.

Übrigens: es hilft, auch hier mit dem Smartphone oder Computer die Übungen aufzuzeichnen und direkt wieder abhören.


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